Kommunen: Nachhaltig bauen für die Anschlussunterbringung von Geflüchteten

Kommunen: Nachhaltig bauen für die Anschlussunterbringung von Geflüchteten

Rund ein Jahr nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise leeren sich die Gemeinschaftsunterkünfte. Nun steht die Anschlussunterbringung der Bewohner in den Kommunen auf der Agenda. Städte und Gemeinden sollten bei der Unterbringung einige Grundsätze beachten, rät die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.

Kommunen: Nachhaltig bauen für die Anschlussunterbringung von Geflüchteten
Energetisch hochwertig bauen oder sanieren muss auch bei der Unterbringung von Flüchtlingen Prämisse sein.

Energetische Standards und flexible Nutzungsmöglichkeiten
Zukunftsfähige energetische Standards sind wichtige Punkte, die beim Bauen oder Sanieren beachtet werden sollten. „Bei einer Lebensdauer der Gebäude von bis zu 50 Jahren ist dies auch wirtschaftlich vertretbar. Energiesparende Gebäude sind insgesamt einfach günstiger“, sagt der Leiter des Kompetenzzentrums kommunaler Klimaschutz der KEA, Harald Bieber.
Wenn man davon ausgeht, dass die Energiepreise in Zukunft steigen werden, kann man die finanziellen Belastungen mit einer energiesparenden Bauweise abfangen. „Zumindest teilweise werden die Energiekosten heute von der öffentlichen Hand zu tragen sein, sodass der Steuerzahler auch einen unmittelbaren Nutzen von einer energetisch hochwertigen Bauweise hat“, so Bieber weiter.

Flexibilität beim Nutzungskonzept
Die Gebäude sollten so konzipiert werden, dass sie ohne größere Umbaumaßnahmen unterschiedliche Nutzungen erlauben. Dadurch ist eine einfache Grundrissänderung von Wohnungen mit flexiblen Wänden möglich. Die haustechnischen Installationen könnten für eine nachträgliche Veränderung oder Nachrüstung konzipiert werden.

Schöner bauen
Besonderes Augenmerk sei auf die architektonische Gestaltung zu legen, weil damit der Ort oder Stadtteil gestalterisch aufgewertet werden kann. Minderwertige Bauten beeinträchtigen das Ortsbild auf Jahrzehnte hinaus.

Aufbau von Wärmenetzen
Auch beim Aufbau der Wärmeversorgung sollte auf den Einsatz von erneuerbarer Energien geachtet werden. Effiziente Blockheizkraftwerke erzeugen vor Ort Strom und Wärme. Auch lokal verfügbare Energien wie Biomasse oder Solarwärme lassen sich mit größeren Anlagen wirtschaftlich nutzen. Solche Systeme sind umso sinnvoller, je höher die bauliche Dichte ist.

Nachverdichten und Leerstände nutzen
Die KEA-Fachleute plädieren dafür, die Innenentwicklung vorzuziehen, anstatt Siedlungsgebiete auszudehnen. Auch die Nutzung von Leerständen biete sich an. In vielen Kommunen seien Gebäude nicht vermietet und stünden leer.

Nutzersensibilisierung
Viele Flüchtlinge stammen aus Heimatregionen, in denen der sparsame Umgang mit Energie nicht praktiziert wird. Hier bieten sich Informationskampagnen an, bei denen der sparsame Umgang mit Heizenergie, Strom und Wasser im Vordergrund steht.

Hintergrund
Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ist die Energieagentur des Landes. Aufgabe ist die aktive Mitwirkung an der Klimaschutzpolitik in Baden-Württemberg. Sie berät Ministerien, Kommunen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie kirchliche Einrichtungen bei Energieeinsparung, rationeller Energieverwendung und der Nutzung erneuerbarer Energien.

Die Empfehlungen der KEA-Experten sind auf vier Seiten zusammengefasst und stehen unter www.kea-bw.de zum Download bereit.

 

Bewerben Sie sich jetzt zum deutschen TGA-Award 2018 mit Ihrem Projekt!