Private Energiewende 2016: DESAX und SolarContact–Index im Überblick

Private Energiewende 2016: DESAX und SolarContact–Index im Überblick

Mit dem Sanierungs-Index DESAX, der die Auftragslage von Heizungsmonteuren, Fensterbauern und Fachprofis für die Bereiche Dach und Dämmung zusammenfasst, und dem SolarContact-Index zur Auftragslage von Installationen von PV-Anlagen oder Stromspeichern hat die DAA GmbH die Anfragedaten dieser Branchen aus 2016 erfasst und ausgewertet.

Private Energiewende 2016: DESAX und SolarContact–Index im Überblick
Der branchentypische Jahresverlauf und die Besonderheiten 2016 im Vergleich ©DAA GmbH 2017

Im Fokus der Sanierungsbranche: effiziente Energieerzeugung
Die Auswertung der Auftragslage 2016 zeigt, dass besonders Heizungsmonteure auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken können. Vergleicht man die indexierten Werte aus den Jahren 2015 und 2016, zeigen sich dort neben den üblichen, jahreszeitenabhängigen Schwankungen dieser Branche auch spannende Unterschiede.
Schaut man sich die Entwicklung des DESAX (http://www.daemmen-und-sanieren.de/daemmung/sanierungsindex) im Detail an, dann befindet sich die Nachfrage im Frühjahr und Sommer auf einem vergleichsweise typisch niedrigen Stand. Den Tiefststand erreicht die Nachfrage im Juli 2016 mit 69 Indexpunkten. Im Spätsommer 2016 dann steigt sie massiv an. Etwa ab Mitte August nimmt die Nachfrage überdurchschnittlich zu und befördert den Höchststand im Jahr 2016 auf einen Wert von nahezu 154 Indexpunkten im Oktober. Vergleicht man diese Entwicklung mit den Werten aus dem Vorjahr 2015, so nimmt die Nachfrage um 30 Indexpunkte und damit um 30 % zu.
Dieses überdurchschnittlich hohe Interesse an der Sanierung und Optimierung des Heizungssystems kann auf unterschiedlichsten Gründen beruhen. So kann das angestiegene, aber immer noch sehr niedrige Preisniveau fossiler Energien in 2016 die Nachfrage nach Gas- und Ölheizungen gestützt haben. Moderierend kann hier positiv die Förderung von Optimierungsmaßnahmen eingewirkt haben.
Welchen Einfluss regenerative Heizungssysteme auf diese Gesamtentwicklung haben, lässt sich nicht genau quantifizieren. Jedoch wurden tendenziell Wärmepumpensysteme in 2016 stärker nachgefragt als in 2015, während Holzheizungsangebote im Jahresvergleich etwas weniger nachgefragt wurden. Dieser Anfrageverlauf deckt sich mit den jüngsten Veröffentlichungen der entsprechenden Branchenverbände.
Dieser positive Trend spiegelt sich gegensätzlich dazu jedoch nicht in den Bereichen Dach, Dämmung und Fenster wider. Natürlich sind auch die Bereiche Dach, Dämmung und Fenster von natürlichen, jahreszeitenabhängigen Schwankungen geprägt, die von Jahr zu Jahr eher geringe Unterschiede aufweisen. Eine insbesondere in der zweiten Jahreshälfte entgegen den Vorjahrestrends abnehmende Interessenlage, wie sie 2016 zu messen ist, ist jedoch auffallend.

Negatives PV-Jahr endet mit positiven Vorzeichen
Auch die SolarContact-Index-Jahresentwicklung (https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/solarcontact-index) der Online-Nachfrage nach Angeboten zur Installation einer Photovoltaik (PV)-Anlage und/oder eines PV-Stromspeichers hat im Durchschnitt deutlich nachgelassen. Während noch im März 2016 mit 138 Indexpunkten ein hohes Interesse an einer PV-Installation auf dem eigenen Hausdach bestand, sank das Interesse in den darauffolgenden Monaten bis auf den Jahrestiefststand von 73 Punkten im August. Dieser Jahresverlauf ist durchaus typisch und ähnelt dem des vorangegangenen Jahres, nur fällt das Frühlings- und Sommerloch deutlich tiefer aus und hält bis zum August auch länger an.
Etwas volatiler, wenngleich mit demselben Verlauf, entwickelte sich die Online-Nachfrage nach der Installation von PV-Stromspeichern. In diesem Bereich erreichte das Interesse an Angeboten im März den Jahreshöhepunkt mit 160 Punkten.
Während danach wieder kontinuierlich weniger Anfragen für die Installation von Solarstromspeichern entsprechend der Entwicklung der Anlagennachfrage abgegeben wurden, stieg das Interesse im Oktober hingegen auf einen wiederum überdurchschnittlich hohen Indexwert von 122 Punkten an.
Trotz dieser enttäuschenden Entwicklung sehen die Mehrzahl an Branchenexperten eine Erholung auf die deutsche Solarnachfrage zukommen. Grund hierfür sind die Rahmenbedingungen: Die Strompreise steigen und die PV-Kosten sinken. Diese Scherenentwicklung ist der Grund, dass viele Experten annehmen, dass der Eigenverbrauch in 2017 ein Renditemaß annimmt, dass wieder mehr Hausbesitzer sich für eine Anlage vielfach mit Speicher interessieren werden. Zudem wird die Investition in einen Solarstromspeicher von der Bundesregierung mit günstigen Krediten und einem Tilgungszuschuss gefördert.

Hintergrund
Der SolarContact-Index (https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/solarcontact-index) und der Sanierungsindex DESAX (http://www.daemmen-und-sanieren.de/daemmung/sanierungsindex) stützen sich auf die Online-Nachfrage von Aufträgen aus den Bereichen Solar und Sanierung, erhoben von der DAA - Deutsche Auftragsagentur GmbH aus Hamburg.

Bereits seit 2012 werden die Daten für den SolarContact-Index und den Sanierungsindex DESAX monatlich erhoben und in regelmäßigen Abständen veröffentlicht.