Hochwasser in Deutschland

Bauunternehmen stehen für Krisenhilfe bereit

Bei der Bekämpfung der Wassermassen in NRW und Rheinland-Pfalz leisten viele Organisationen Hilfe. Eingedämmt werden können zunehmende Katastrophen nur mit Maßnahmen für Klimaschutz und Klimawandelanpassung.

Quelle: stock.adobe.com/Tomasz Zajda
Quelle: stock.adobe.com/Tomasz Zajda

Die Lage in den Überschwemmungsgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bleibt vielerorts angespannt. Viele Betroffene stehen nach den verheerenden Fluten vor den Trümmern ihrer Existenz. Feuerwehren, das THW und weitere Hilfskräfte sind im ununterbrochenen Einsatz, um Menschen in Notlage zu helfen. Dennoch ist der Kampf gegen die Wassermassen ein Kraftaufwand, nach wie vor sind Stadtteile und Ortschaften kaum oder nur schwer erreichbar.

Baubranche sichert Hilfe zu

„Wir sehen die schrecklichen Bilder der Hochwasserkatastrophe und sprechen allen Betroffenen unsere tiefe Anteilnahme aus. Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Flutkatastrophe" erklärt der Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe Reinhard Quast.

"In der jetzigen Notsituation stehen die Bauunternehmen in den Regionen für akute Krisenhilfe bereit und tun ihr Mögliches, um in den vom Hochwasser zerstörten Gebieten eine provisorische Infrastruktur für die weiteren Rettungs- und Hilfsarbeiten zu schaffen. Es ist selbstverständlich, dass die Baufirmen mit Geräten und Maschinen sowie mit Baumaterialien unterstützen, damit schnelle Hilfe geleistet werden kann. Zum jetzigen Zeitpunkt muss es darum gehen, mit vereinten Kräften Schutzräume zu schaffen für die Menschen, deren Häuser und Wohnungen unbewohnbar geworden sind, sowie Straßen und Brücken für Hilfstransporte und Rettungsfahrzeuge nutzbar zu machen", so Quast.

"Wir danken allen Unternehmerinnen und Unternehmern und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bereits in den zurückliegenden Tagen verantwortungsvoll gehandelt und kurzfristige Hilfe geleistet haben. Etliche von ihnen sind vor Ort zudem in ehrenamtlichen Funktionen, beispielsweise bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk oder dem Deutschen Roten Kreuz, engagiert und leisten dort wichtige Arbeit. Auch für die anstehenden Wiederaufbau- und Renovierungsarbeiten stehen die Betriebe des Baugewerbes mit ihrer starken regionalen Verankerung als verlässlicher Partner bereit, ihren Beitrag zu leisten.“

Wilo unterstützt Hilfskräfte

Direkte Hilfe kommt von Pumpenhersteller Wilo. Mit einer spontanen und unbürokratischen Spende von knapp 50 Pumpen soll betroffenen Hochwasserregionen mit Pumpentechnologien die nötige Unterstützung gegeben werden.

„Für uns ist es selbstverständlich, dass wir gerade in solchen Zeiten eng zusammenstehen und helfen, wo wir können. Somit steht es für uns außer Frage, dass wir die Einsatzkräfte der Feuerwehr unterstützen“, sagt Oliver Hermes, CEO und Vorstandsvorsitzender der Wilo Gruppe.       

Rund 20 Pumpen wurden bereits in den stark betroffenen Rhein-Erft-Kreis transportiert, um der dortigen Berufsfeuerwehr Dortmund als weitere Hilfsmittel im Kampf gegen die Wassermassen zu dienen. Drei weitere lokale Feuerwehren wurden in dem Zusammenhang ebenfalls mit Sachspenden versorgt. Die Freiwillige Feuerwehr in Datteln-Horneburg zeigte sich gerührt von der Sachspende. Seit Sonntag werden die dortigen Einheiten zum Einsatz im Kreis Recklinghausen gesandt, hier zählt jede Hand.

Technologie als Unterstützung unermüdlicher Hilfskräfte

„Wir lassen Hilfe dort ankommen, wo sie hingehört. Die Feuerwehrleute sind unermüdlich im Einsatz, mit unserer Technologie zu unterstützen ist das Mindeste, was wir tun können“, so Peter Glauner, Leiter Group Service bei Wilo. „Wir haben kurzfristig eine interne Task-Force ins Leben gerufen. Gleichzeitig sind wir mit der zentralen Leitstelle NRW, die die Aktionen der Rettungskräfte koordiniert, in ständigem Kontakt und nehmen die Wünsche und Bedürfnisse der Einsatzkräfte entgegen. Was auch immer dann benötigt wird, wir machen es möglich. Hierfür haben wir den vollen Rückhalt von unserem Vorstand. Wir zeigen Solidarität, wir sind dort, wo wir gebraucht werden.

DWA-Vermittlungsplattform

Die DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall hat eine digitale Vermittlungsplattform für Hilfsangebote, Anlagentechnik und Personal online gestellt. Jede von der Hochwasserkatastrophe betroffene Organisation/Kommune/Verband/Unternehmen kann den konkreten aktuellen Bedarf direkt auf dem Padlet eintragen. Gleiches gilt für Hilfsangebote, auch diese können direkt auf dem Padlet vermerkt werden.

„Die DWA möchte ihr großes Netzwerk nutzen, um Hilfesuchende und Hilfebietende in der Wasserwirtschaft unbürokratisch und pragmatisch zusammenzubringen. Den Unternehmen in den Katastrophengebieten muss und wird schnell geholfen werden, die Wasserwirtschaft hält auch in Krisenzeiten fest zusammen, betont Johannes Lohaus, Sprecher der Bundesgeschäftsführung der DWA.

Die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat auch die Wasserwirtschaft getroffen. Kläranlagen stehen naturgemäß in unmittelbarer Nähe zu Fließgewässern. Aufgrund diese Lage bestehen für diese Anlagen hohe Sicherheitsauflagen, die von den Betreibern gewissenhaft umgesetzt werden. Die Wassermassen im Sauerland, in der Eifel und insbesondere im Ahrtal haben trotz dieser umfangreichen Vorsorgemaßnahmen zu zum Teil erheblichen Schäden geführt. Dies gilt auch für andere wasserwirtschaftliche Anlagen. Zur Gewährleistung der Abwasserentsorgung und anderer wasserwirtschaftlicher Aufgaben ist eine schnelle Unterstützung der betroffenen Aufgabenträger notwendig. Die DWA bittet alle Unternehmen der Branche, die digitale Vermittlungsplattform zu nutzen und den betroffenen Unternehmen Hilfe in jeglicher Form zur Verfügung zu stellen.

Ursachen bekämpfen, Klimawandel mildern

Lehren aus der Katastrophe zu ziehen, fordert der Bundesverband Erneuerbare Energien. "Den zahlreichen Bekenntnissen von Politikern in diesen Tagen muss nun konkretes Handeln folgen“, sagt BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter. Als konkrete Maßnahme sei deshalb baldmöglichst ein Bund-Länder-Programm für Erneuerbare Energien aufzusetzen. Mit diesem müssten die im Juni angepassten Ziele des Klimaschutzgesetzes erreichbar gemacht werden.

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