Deutsche Energie-Agentur

Gesetzliche Verpflichtung zum Einbau digitaler Heizkörperthermostate und Messsysteme gefordert

Die drohende Gasversorgungskrise erfordert auch im Haushaltsbereich rasches Handeln – rechtzeitig bevor die nächste Heizperiode beginnt.

Bild: dena/phototek
Bild: dena/phototek

Zur Debatte um eine gesetzlich verordnete Temperaturabsenkung in Mietwohnungen erklärt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena):
„Der Schlüssel für erhebliche Einsparungen bei der Heizenergie heißt Transparenz. Die Technologien sind vorhanden: Digitale Thermostate und Messsysteme müssen in einer konzertierten Aktion massiv in den Einsatz gebracht werden. Und zwar jetzt, damit in der nächsten Heizperiode ausreichend viele Haushalte versorgt sind. Die dena schätzt das mögliche Einsparpotenzial auf über 10 Prozent.
Eigentum verpflichtet. Das gilt auch für Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Die Kosten für Anschaffung, Einbau und Nutzung von Heizkörperthermostaten dürfen nicht auf die Mieter und Nutzer abgewälzt werden, sie müssen von den Eigentümern getragen werden. Dazu sollten Hauseigentümer und Betreiber von Heizsystemen gesetzlich verpflichtet werden. Begleitet werden könnte diese dringliche Gesetzesänderung von einem abschmelzenden Förderprogramm, das bis zum 31.12.2022 die Hälfte der Anschaffungskosten, im Jahr 2023 25 Prozent trägt. Ab dem dritten Jahr könnte eine über drei Jahre ansteigende Pönale für Eigentümer eingeführt werden, die den Druck erhöht und die Umsetzung beschleunigt. Wichtig ist, dass Marktakteure eine derartige Verpflichtung in einer Krisensituation nicht zu marktunüblichen Preissteigerungen, also Mitnahmeeffekten, nutzen.
Eine gesetzlich verankerte Absenkung der Temperatur in Mietwohnungen sehen wir äußerst kritisch. Auseinandersetzungen mit dem Vermieter um die Einhaltung der Heizungstemperatur sind schon heute ein großes Ärgernis für Mieter und Familien. Ein solcher Vorschlag ist verbraucherfeindlich und schadet der Akzeptanz und damit dem Gelingen der Energiewende. Möglich, sinnvoll und technisch umsetzbar wäre dagegen eine gesetzlich vorgegebene Temperaturabsenkung in öffentlichen Einrichtungen, Verwaltungen, im Freizeitbereich oder im Handel. Überall dort, wo Temperaturen zentral eingestellt und gesteuert werden. Allerdings müssen auch hier technische Aspekte und soziale Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.  

Die dena wird diesen Vorschlag im Rahmen ihres Mitwirkens an der kürzlich vorgestellten Energiewechsel-Kampagne des BMWK einbringen.“

Printer Friendly, PDF & Email
19.01.2021
Energieberatung
Ab 1. Mai 2021 gelten neue Regeln für Energieausweise von bestehenden Wohngebäuden. Künftig wird die Höhe der Treibhausgasemissionen in den Energieausweis aufgenommen.
12.05.2021
Studie
Eine neue Studie zeigt, wie der Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral werden kann.
29.04.2021
YouGov-Umfrage
Nur ein Viertel der Deutschen nutzt oder plant die Anschaffung smarter Thermostate. Und für die, die es tun, steht die Einsparung von Heizkosten an erster Stelle. Klimaschutz spielt weniger eine Rolle...
23.04.2021
Projekte gesucht
Zur Kooperation bei Feldversuchen zur Trinkwasserhygiene durch Ultrafiltration werden Projekte gesucht. Ziel ist die Energieeinsparung durch die Absenkung der TW warm-Temperatur unter 60°C.
14.10.2020
Neues GEG ab 01. November in Kraft
Das neue Gebäudeenergiegesetz bleibt hinter den Forderungen der European Performance of Buildings Directive (EPBD) zurück. Welche Änderungen ergeben sich aus dem GEG in Bezug auf die Anforderungen an...
22.10.2021
Wärmewende
Das Berliner Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und das Hamburg Institut erarbeiten gemeinsam eine Strategie für die Wärmewende in Berlin und untersuchen, welche Instrumente und Maßnahmen...