Wirtschaft

Ochsner Partnerkongress 2022

Der internationale Ochsner Partnerkongress im Mai in Linz stand im Zeichen des 150-jährigen Gründungsjubiläums.

Zum Partnerkongress im Linzer Oberbank Forum begrüßte Ochsner rund 400 Gäste aus 15 Nationen. Quelle: Ochsner
Zum Partnerkongress im Linzer Oberbank Forum begrüßte Ochsner rund 400 Gäste aus 15 Nationen. Quelle: Ochsner

Am 5. und 6. Mai 2022 konnte Ochsner erstmals seit 2019 wieder seine Geschäftspartner zum Partnerkongress live im Oberbank Forum Linz begrüßen. 400 Teilnehmer aus 15 Nationen waren angereist, um das 150-jährige Bestehen des Familienunternehmens zu feiern und sich aus erster Hand über die aktuellen Entwicklungen zu informieren. Vor dem Fachprogramm am zweiten Tag lud Ochsner seine Gäste zu einem Galaabend.

In seiner Begrüßung gab der geschäftsführende Gesellschafter Karl Ochsner einen Einblick in die 150-jährige Geschichte des Unternehmens. Vier Unternehmergenerationen vor ihm führten den Betrieb über zwei Weltkriege hinweg erfolgreich. Die fünfte Generation sieht sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, allen voran dem fortschreitenden Klimawandel. Dass es zu mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen keine Alternative gibt, unterstrich auch Gastrednerin Andrea Johanides, Geschäftsführerin des WWF Österreich. Hoffnung macht, dass die Wärmepumpenbranche stark im Aufwind ist und erhebliche Zuwächse erzielt. Denn es gebe „keine Energiewende ohne Wärmepumpe“, wie Karl Ochsner unterstreicht. Das Unternehmen konnte von 2019 auf 2022 ein Umsatzplus von über 100 Prozent erzielen, und die Auftragseingänge sind um mehr als 160 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum wurde der Personalstand um 90 Prozent auf 400 Mitarbeiter erhöht.

Gut gerüstet für hohe Nachfrage

Mit der Erweiterung der Produktions- und Logistikkapazitäten am Standort Haag sowie weiteren Grundstückskäufen sieht sich Ochsner für die stark steigenden Auftragseingänge gut vorbereitet. Parallel investiert das Unternehmen überdurchschnittlich in Forschung und Entwicklung, in die Digitalisierung und den Ausbau der unternehmenseigenen Kundendienstorganisation. Damit sichert sich Ochsner seine technologische Spitzenposition. Aktuellen Problemen in den Lieferketten begegnet das Unternehmen unter anderem mit dem Ausbau der regionalen Wertschöpfung durch Zulieferer aus dem Unternehmensumfeld. „Die regionalen Partnerschaften haben sich bereits letztes Jahr ausgezahlt“, betont Ochsner Geschäftsführer Marco Schäfer.

Zukunftsmarkt Großwärmepumpen

Erhebliches Wachstumspotenzial sieht Ochsner auch bei Großwärmepumpen für Industrie, Gewerbe und Infrastruktur. Dipl.-Ing. Karl Ochsner sen. gab einen Einblick in die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Anhand neuer Projekte verdeutlichte er die enormen Einsparpotenziale der Energietechnik. In einem Biomasseheizkraftwerk konnte die Leistung bei gleichbleibendem Brennstoffeinsatz durch Wärmepumpen um etwa ein Drittel gesteigert werden. Ein Fernwärmenetz in Neusiedl am See konnte durch den Wärmepumpeneinsatz 50 % des Gas- und Biomasseeinsatzes durch Windkraft und Abwärmenutzung ersetzen.

Erfolgreiche Produkteinführungen, zukunftsweisendes Portfolio

Die 2019 gestartete Baureihe Air Hawk hat sich gut im Markt etabliert. Aktuell sind zwei weitere Modelle in höheren Leistungsbereichen in der Entwicklungsphase. Ebenfalls in Vorbereitung ist die neue Baureihe Air Eagle 2.0, die Spitzentechnologie auf höchstem Niveau bieten wird. Die innovative Regelungsplattform Ochsner Tronic Smart (OTS) wird kontinuierlich mit weiteren Funktionen versehen. In Vorbereitung sind Nachfolgemodelle für die stark nachgefragte Warmwasserwärmepumpen-Baureihe Europa mit neuen, besonders umweltfreundlichen Kältemitteln. Mit Pool-Wärmepumpen wird Ochsner sein Portfolio um ein weiteres Einsatzgebiet erweitern. Für die Erdwärmepumpen der Baureihe Terra sind Nachfolgemodelle mit drehzahlgeregelter Technologie und neuen Kältemitteln in Planung.

Wärmepumpen weiterhin alternativlos

Ein Blick auf den Vergleich verschiedener Länder verdeutlichte die Marktchancen für Wärmepumpen. Ihr Marktanteil liegt in den nordischen Ländern Norwegen, Schweden und Finnland bereits bei über 90 %, in der Schweiz bei über 50 % und in Österreich bei über 30 %. Mit aktuell 14 % Marktanteil bietet Deutschland noch sehr große Potenziale. „Die Wärmepumpe ist in der Gebäudeheizung und -kühlung alternativlos“, so das Resümee von Karl Ochsner.

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