Urbane Strom- und Wärmewende

Richtfest für Berlins größtes Blockheizkraftwerk und Großwärmepumpe

In Berlin Neukölln werden ab 2023 das größte Blockheizkraftwerk der Hauptstadt und eine Großwärmepumpe Strom und Wärme hocheffizient erzeugen.

Gute Wünsche für die Neuköllner Wärmewende befestigten heute am Richtbaum FHW-Vorstand Stefan Preidt, Polier Olaf Friedrich von Matthäi, die FHW-Aufsichtsratsvorsitzende Tanja Wielgoß, Ralf Großhauser, Geschäftsführer von Zeppelin Power Systems und Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel. Quelle: FHW Neukölln
Gute Wünsche für die Neuköllner Wärmewende befestigten heute am Richtbaum FHW-Vorstand Stefan Preidt, Polier Olaf Friedrich von Matthäi, die FHW-Aufsichtsratsvorsitzende Tanja Wielgoß, Ralf Großhauser, Geschäftsführer von Zeppelin Power Systems und Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel. Quelle: FHW Neukölln

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten am 19. Mai stand der Start des ökologisch-sozialen Umbaus von Neuköllns Wärmeversorgung. Gewürdigt haben ihn Bezirksbürgermeister Martin Hikel, FHW-Vorstand Stefan Preidt, die FHW-Aufsichtsratsvorsitzende Tanja Wielgoß, Ralf Großhauser, Geschäftsführer von Zeppelin Power Systems und Olaf Friedrich, Polier der Firma Matthäi beim Richtfest für das neue Blockheizkraftwerk-Gebäude.

Das Fernheizwerk Neukölln (FHW) und der Generalunternehmer Zeppelin Power Systems errichten derzeit mit dem Bauunternehmen Matthäi eine hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage mit einer Leistung von 10 Megawatt elektrisch und 10 Megawatt thermisch. Im Juli wird die Erzeugungsanlage am Weigandufer eingebaut. Ab 2023 soll sie 10.000 Haushalte mit Strom und 4.000 Haushalte mit Wärme versorgen.

Das sehr flächeneffiziente, kompakte Blockheizkraftwerk (BHKW) wird über einen sehr hohen Wirkungsgrad verfügen. Der Motor, das Herzstück der Anlage, wird in Deutschland erstmals eingesetzt. Eine weitere Besonderheit: Die Kombination mit einer 1,3 MW-Großwärmepumpe wird die hohe Effizienz zusätzlich steigern. So kann auch Niedertemperatur-Abwärme, die sonst verloren ginge, für die lokale Fernwärme genutzt werden. Der Brennstoffausnutzungsgrad der Anlage wird damit bis zu 98 MW betragen.

Die flexible Anlage kann perspektivisch auch mit Wasserstoffbeimischung betrieben werden. Ihre Wasserstoff-Fähigkeit leistet einen wichtigen Beitrag zum Transformationsprozess von effizient genutzten fossilen Brennstoffen hin zu regenerativen Brennstoffen. Ihr Bau ist Startpunkt einer umfassenden Transformation, für die das FHW Neukölln 70 Mio. Euro investiert. Bei diesem ökologisch-sozialen Umbau ersetzt das Unternehmen im laufenden Betrieb Wärme-Erzeugungsanlagen durch neue, umweltfreundlichere und integriert verstärkt regenerative Energiequellen wie Biomasse und industrielle Abwärme.   

Ziel ist die Versorgung mit klimafreundlicher Energie mit dem Fokus auf grüne Wärme. Erstes großes Etappenziel ist der Steinkohle-Ausstieg bis 2025. Bis dahin sollen 75 % der erzeugten Wärme aus hocheffizienten KWK-Anlagen und erneuerbaren Energien stammen.  

Fernheizwerk Neukölln: 

Die Fernheizwerk Neukölln AG (FHW) ist der traditionsreiche lokale Fernwärmeversorger im Kerngebiet des Berliner Bezirks Neukölln. Hauptaktionärin des mittelständischen Energieunternehmens mit 55 Mitarbeitenden ist die Vattenfall Wärme Berlin AG. Mit umweltfreundlich erzeugter Fernwärme versorgt das FHW Neukölln 55.000 Wohneinheiten, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen wie Rathaus, Stadtbad, Schulen und Kitas. Das derzeit 115 km umfassende Leitungsnetz wächst jährlich um 2–4 km. Es reicht vom Landwehrkanal in Kreuzberg über die Grenzallee in Neukölln, Reuterkiez und Körnerpark bis an das Tempelhofer Feld in der Oderstraße. Erzeugt wird die Wärme am Standort Weigandufer. Dafür sorgen derzeit sieben Großkessel unter Einsatz von Holzpellets, Erdgas und Steinkohle. Zusätzlich produzieren fünf Blockheizkraftwerke hocheffizient Wärme und Strom in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).  

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